Interreligiöse Bildung — Didaktischer Kommentar

Inter­re­li­giö­se Bil­dung  – Beschrei­bung des Moduls aus der Modul­über­sicht

Das Davor und Danach

Aspek­te inter­re­li­giö­ser Bil­dung durch­zie­hen die gesam­te RPQ. Je nach Kurs­zu­sam­men­set­zung kön­nen die­se bereits im Anfangs­mo­dul zum The­ma werden.

Vorüberlegungen

Die reli­gi­ons­sen­si­ble Beglei­tung von Kin­dern und Fami­li­en bil­det den Schwer­punkt der RPQ, die vor­ran­gig für Ein­rich­tun­gen in Trä­ger­schaft von Dia­ko­nie und Kir­che ent­wi­ckelt wur­de. Hier­durch begrün­det sich der Schwer­punkt auf eine evan­ge­lisch ori­en­tier­te reli­gi­ons­sen­si­ble Pädagogik.
Die Teil­neh­men­den der RPQ sind häu­fig selbst nicht reli­gi­ös gebun­den und vie­le erle­ben in der RPQ einen ers­ten Kon­takt zu Grund­la­gen, Inhal­ten und Voll­zü­gen christ­li­cher Reli­gi­on. Für eini­ge sind die­se ers­ten Kon­tak­te mit dem Chris­ten­tum auch mit Erfah­run­gen von „Fremd­heit” ver­bun­den. Eine reli­gi­ons­sen­si­ble Hal­tung der Kurs­lei­ten­den, die es den Teil­neh­men­den auch ermög­licht, Ängs­te und Befürch­tun­gen in Bezug auf „frem­de” Erfah­run­gen zu reflek­tie­ren und sich selbst als Akteur*innen reli­gi­ons­sen­si­bler Bil­dung aus­zu­pro­bie­ren, ist für die Kurs­ar­beit bedeutsam.
Unter ande­rem abhän­gig von der Regi­on, in der die RPQ im Bereich Mit­tel­deutsch­lands statt­fin­det, ver­fü­gen die Teil­neh­men­den über vari­ie­ren­de Erfah­run­gen im Zusam­men­hang mit Begeg­nun­gen mit unter­schied­li­chen Kul­tu­ren und Reli­gio­nen. Je weni­ger Erfah­run­gen vor­han­den sind, des­to wich­ti­ger ist eine sen­si­ble und authen­ti­sche The­ma­ti­sie­rung inter­re­li­giö­ser Per­spek­ti­ven im Rah­men der RPQ.
Inter­re­li­giö­se Per­spek­ti­ven sind kein exo­ti­sches Son­der­the­ma, son­dern in einer ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten ele­men­ta­ren Bil­dungs­ar­beit unerlässlich.
Die Arbeit ent­lang der eige­nen Erfah­run­gen, an den per­sön­li­chen Ein­stel­lun­gen und Hal­tun­gen ist für eine bewusst gestal­te­te reli­gi­ons­sen­si­ble Arbeit in inter­re­li­giö­ser Per­spek­ti­ve unab­ding­bar. Sie lässt sich nicht auf ein abgrenz­ba­res Modul beschrän­ken. Sie durch­zieht die Modu­le und ist in unter­schied­li­chen Antei­len vor­zu­hal­ten. Daher wer­den in die­ser Modul­be­schrei­bung vor­wie­gend Ver­wei­se auf aus­ge­wähl­te Schrit­te in den ande­ren Modu­len auf­ge­zeigt. Auch die Kom­pe­tenz­be­schrei­bun­gen spei­sen sich aus den Aus­füh­run­gen der ande­ren Modu­le und sind nur ver­ein­zelt ergänzt.

Anforderungssituationen

  • Zwei Mäd­chen strei­ten. Gina ruft: „Gott gibt’s nicht!” Son­ja: „Doch, den gibt’s, hat mei­ne Mama gesagt.” Gina: „Nee, den gibt’s nicht, hat mein Papa gesagt.” Bei­de lau­fen zur Erzie­he­rin: „Frau Kai­ser, wer hat Recht? Gina sagt…”
  • Die Eltern eines Kin­des kom­men am Mor­gen zur Erzie­he­rin: „Unse­re Toch­ter soll nicht an den Advents­krei­sen am Mon­tag Mor­gen teil­neh­men. Wir fei­ern Weih­nach­ten nicht!”
  • Beim Erzähl­kreis am Mor­gen erzählt ein Jun­ge: „Ich war mit Mama und Papa zum Gebet in der Moschee.” Ein Kind, das neu in der Grup­pe ist, fragt: „Was ist das, eine Moschee?”

Kompetenzentwicklung

Selbst­kom­pe­tenz

  • Die Teil­neh­men­den kön­nen „eige­ne” und „frem­de” reli­giö­se Prä­gun­gen vor­ur­teils­be­wusst wahr­neh­men und reflek­tie­ren. Dazu gehört auch Konfessionslosigkeit/ ‑frei­heit.

Fach­kom­pe­tenz Wissen

  • Die Teil­neh­men­den ken­nen Ansät­ze inter­re­li­giö­ser Bil­dung im Elementarbereich.
  • Sie ken­nen Per­spek­ti­ven aus ande­ren Reli­gio­nen in Bezug auf den Gottesbegriff.
  • Die Teil­neh­men­den ken­nen Hin­ter­grün­de ein­zel­ner Fes­te aus dem Islam.

Fach­kom­pe­tenz Fertigkeiten

  • Die Teil­neh­men­den kön­nen Spi­ri­tua­li­tät und Reli­gio­si­tät im All­tag der Kin­der­ta­ges­stät­te wahr­neh­men, doku­men­tie­ren und reflektieren.
  • Sie kön­nen Räu­me für die Spi­ri­tua­li­tät und Reli­gio­si­tät der Kin­der eröffnen.

Sozi­al­kom­pe­tenz

  • Die Teil­neh­men­den kön­nen reli­gi­ons- und kul­tur­sen­si­bel in Bezug auf Ein­stel­lun­gen und Prä­gun­gen im Zusam­men­hang mit der Begeg­nung mit reli­giö­sen Fes­ten oder Räu­men agieren.

Literaturvorschläge

  • Albert Biesin­ger, Anke Edel­b­rock, Fried­rich Schweit­zer: Reli­giö­se Viel­falt in der Kita, 2012
  • Caro­la Fleck, Ste­phan Leim­gru­ber: Inter­re­li­giö­ses Ler­nen in der Kita, 2011
  • Frie­der Harz: Inter­re­li­giö­se Erzie­hung und Bil­dung in Kitas, 2014
  • Chris­ta Hol­tei, Til­man Mich­alski: Das gro­ße Fami­li­en­buch der Welt­re­li­gio­nen, 2011
  • Anna Wills, Nora Tomm: Das Wim­mel­buch der Welt­re­li­gio­nen, 2017
  • Dia­ko­nie Pfalz (Hrsg.): Arbeits­hil­fe zum Inter­re­li­giö­sen Kalen­der in Evan­ge­li­schen Kin­der­ta­ges­stät­ten der Evan­ge­li­schen Kir­che der Pfalz, 2017
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